Darsteller: Sandra Hüller (Rose), Caro Braun (Suzanna), Marisa Growaldt (Erzählerin), Godehard Giese (Der Großbauer), Maria Dragus (Des Großbauers Frau), Annalisa Hohl (Des Großbauers Tochter), Robert Gwisdek (Der Amtmann), Augustino Renken (Der alte Knecht), Maurice Leonhard (Der junge Knecht), Anni Molke (Die eine Magd), Emma Bahlmann (Die andere Magd), Bastian Trost (Der Pastor), Sven-Eric Bechtolf (Der Richter), Rainer Egger (Der Doktor), Anne Klein (Schwarze Frau), Marius Huth (Gefängnispriester), u.v.a.
Regie: Markus Schleinzer
INHALT
In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Schweigsam, schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt.
Der Fremde behauptet, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein, und kann ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch bestätigt. Zum großen Missfallen der Dorfgemeinde.
Allerdings setzt der Fremde alles daran, hier sein Glück zu finden. Sein Streben nach Anerkennung und Akzeptanz werden aber durch sein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat seinen Weg in das Dorf genommen.
Doch um seine Ziele zu erreichen, wird er auch nicht vor der Unmöglichkeit einer arrangierten Ehe mit der Tochter eines Großbauern zurückschrecken. Denn wer so weit gekommen ist, hält bald alles für möglich ...
"Rose" – die wahrhaftige Beschreibung einer Land- und Leutebetrügerin, die, obwohl als eine Weibs-Person geboren dem zum Trotz unter falschem Nam als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben. Sandra Hüller hat für ihre Darstellung in "Rose" den Silbernen Bären "für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle" erhalten. Unter der Regie von Markus Schleinzer ("Angelo", "Michael") spielt sie Rose, die unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts in einem Dorf einen Hof übernimmt. "Vor einigen Jahren machte mich eine befreundete Historikerin auf einen interessanten deutschen Gerichtsfall aufmerksam: Exakt 250 Jahre vor meiner Geburt, am gleichen Tag, hatte man in Halberstadt eine Frau hingerichtet, die sich als Mann ausgegeben [...] hatte. [...] Es war der Beginn einer längeren Recherche, in der ich mich mit hunderten Frauen in verschiedenen Jahrhunderten beschäftigte, die aus unterschiedlichen Gründen in die Hose gestiegen waren, um sich öffentlich als Mann zu geben. Und sei es nur für kurze Zeit. Gründe dafür waren mannigfaltig: Erleichterter Zugang zu Arbeit, Flucht, Gaunereien, die Hoffnung, Vergewaltigungen zu entgehen, die Hoffnung, Zwangsheiraten zu entgehen, die Hoffnung, dadurch selbstbestimmter zu leben, die Hoffnung, dadurch Zugang zu Bildung zu erlangen, lesbisches Begehren, Transsexualität, Patriotismus, Exotismus... Ich stieß auch auf eine Handvoll Eiserner Jungfrauen und Piratinnen. Das daraus entstandene Drehbuch folgt aber keiner solitären Biografie, sondern stellt ein Konglomerat einzelner Schicksale dar, die mir auf meiner Reise mit dem Thema begegnet sind. "In der Hose steckt mehr Freiheit", sagt Rose gegen Ende des Films zum Richter. Genau das verbindet alle Frauenschicksale, auf die ich gestoßen bin." (Regisseur Markus Schleinzer)